Innovationsmanagement zum Anfassen: GENO-Innovation KickBox

Zielstrebig seine eigene Idee in die Wirklichkeit umsetzen? Nach einem festen Fahrplan, seine Idee so aufpolieren, damit daraus ein erfolgreiches Projekt entsteht? Das alles haben wir von der GenoFaktur bei einem Workshop mit den beiden Coaches Jens Brandes und Boris Janek von der ADG Montabaur kennengelernt. Den Workshop mit dem vielversprechenden Titel ‚Innovation KickBox‘ haben wir ‚GenoFakturisten‘ vorgestern in unseren Räumlichkeiten in Weißenhorn mit einigen weiteren Kollegen aus der Marktfolge Kredit und dem Bereich Electronic Banking / Neue Medien durchgeführt. Dieser Beitrag liefert einen kleinen Einblick auf dieses für uns neue Format.

Seit wir die Innovationswerkstatt der VR-Bank Neu-Ulm im Mai diesen Jahres als ‚GenoFaktur‘ ins Leben gerufen haben, wurde konsequent in den darauffolgenden Treffen, auf diesen Workshop hingearbeitet. Mit einer prall gefüllten Ideensammlung sind wir so in den Termin gestartet. Und: wir haben schon im Vorfeld gemerkt, dass ein roter Faden zur Darstellung, Verprobung und letzlich bei der tatsächlichen Umsetzung der Ideen zur Abrundung unserer Kreativität noch fehlt.

Das Sechs-Stufen-System

Zum Start in den Workshop – mit einer übrigens durchaus erkenntnisreichen Vorstellungsrunde – wurde jedem Teilnehmer die sehnlich erwartete ‚Innovation KickBox‘ ausgehändigt. Darin fanden wir eine erste Erklärung des Sechs-Stufen-Systems der KickBox, der als Prozess zur Weiterentwicklung einer Idee zu einem klaren Zielbild verstanden werden kann.

Erster Einblick in die GENO-Innovation KickBox - Bild: Anna-Lena Börschel

Erster Einblick in die GENO-Innovation KickBox – Bild: Anna-Lena Börschel

Basis des Workshops war also dieses System bzw. dieser Innovations-Prozess aus dem Hause Adobe. Früh konnten wir erkennen, dass dies genau der rote Faden ist, der uns bisher für ein zielorientiertes Innovationsmanagement gefehlt hat. Jede der sechs Stufen baut auf den Ergebnissen der vorherigen Stufen auf. Demnach gibt es für jede Idee, die durch die Box geht, keine halben Sachen. Entweder geht es erfolgreich in die nächste Stufe oder man fliegt frühzeitig eine Ehrenrunde mit seiner Idee, bessert nach, verwirft Ansätze und feilt an einem ersten Konzept, dass die angesprochenen Kunden lieben werden. Interessant war bei diesen Ehrenrunden auch die Erkenntnis, dass die Welt mitunter noch nicht bereit ist für die eine oder andere schicke Idee.

'Niemals aufgeben!' - an den Ideen wird gefeilt und getüftelt - Foto: Kai Häckel

‚Niemals aufgeben!‘ – an den Ideen wird gefeilt und getüftelt – Bild: Kai Häckel

1. Motivieren

Im ersten Schritt geht es bei der ‚Innovation KickBox‘ darum zu erkennen durch was man sich am Besten motivieren kann. „Was machst Du als Innovator, um das Ziel nie aus dem Blickfeld zu verlieren?“ Hört sich einfach an, ist aber tatsächlich die Basis für eine erfolgreiche Umsetzung.

Die eigene innere Motivation erkennen will auch gelernt sein - Bild: Kai Häckel

Die eigene Motivation zu erkennen will auch gelernt sein – Bild: Kai Häckel

2. Ideen entwickeln

Im zweiten Schritt haben wir die Erkenntnis erlangt, dass ‚Solostorming‘ besser funktioniert, wie das übliche ‚Gruppen-Brainstorming‘. Wir konnten unsere eigenen Gedanken kreisen lassen und uns ohne Ablenkung auf das Wesentliche konzentrieren. Gedankliche Grenzen wurden überwunden und die eigene Kreativität durfte freien Lauf nehmen. Ideen finden, Ideen ernst nehmen und Ideen wieder verwerfen. Denn es zeigte sich in diesem Schritt schnell, dass die eigene Einschätzung sich im Laufe der Zeit verändert.

Ideen, die auf anderen Ideen aufbauen machen richtig Laune - Bild: Kai Häckel

Ideen, die auf anderen Ideen aufbauen, machen richtig Laune – Bild: Kai Häckel

 3. Verbessern

Wieso sollte man sich mit etwas zufrieden geben, wenn es noch besser geht? Eine erste eigene Einschätzung gelang uns mit Hilfe der mitgelieferten ‚KickBox-Scorecard‘ und einer Punktevergabe in den Kategorien

  • Wert für die Kunden
  • Wert für die Firma
  • Fähigkeit für die Firma
  • Risiko

Nach einer schnellen ersten Präsentations-Runde mit einem passenden ZEN-Statement gab es Feedback aus dem Team. Nach dieser Validierung ging es schon tief in die Punkte, die bei einer Umsetzung zu berücksichtigen sind. Anhand eines ‚Lean Canvas‘ haben wir Zielkunden, Kanäle, einzigartige Merkmale und sogar Kosten- und Erlösquellen skizziert. Die KickBox enthält neben diesem Canvas noch eine Vorlage zur Visualisierung des NABC-Modells. Mit dem NABC-Modell-Canvas können die Eigenschaften der Innovation schnell und einfach den Kollegen und nicht zuletzt Entscheidern aufgezeigt werden. Durch die Nutzung von Haftnotizen können zudem weitere Erkenntnisse schnell ergänzt werden – Verbesserungsvorschläge und andere Sichtweisen erhalten ‚eine Sprache‘.

Auf dem Weg zum Ziel mit dem ZEN-Statement - Bild: Kai Häckel

Auf dem Weg zum Ziel mit dem ZEN-Statement – Bild: Kai Häckel

4. Hinterfragen

Im vierten Schritt des Sechs-Stufen-Systems wird die Innovation erstmals einem ‚Markttest‘ unterzogen. Hierdurch lassen sich in dieser frühen Phase bereits nützliche Erkenntnisse für die angedachte Neuentwicklung sammeln. Wird das Produkt überhaupt von den Kunden gewünscht? Was fehlt noch? Ist der Innovator auf dem richtigen Weg? Gibt es andere Schmerzpunkte, die bisher unbeachtet blieben? Durch diesen Schritt an den angedachten Markt kann der Innovator sehr ressourcenschonend herausfinden, ob es sich lohnt an dem Thema weiterzuarbeiten. Oder ob er sich lieber anderen Themen zuwendet. Basis für den Markttest sind das entwickelte ZEN-Statement und eine schlaue Fragetechnik, die den Zielkunden keine Antworten ‚in den Mund legt‘.

Die Innovation scheint gut anzukommen. - Bild: Kai Häckel

Die Innovation scheint gut anzukommen. – Bild: Kai Häckel

5. Iterieren

Einfache Lego-Modelle, Mockups, Test-Webseiten oder Zeichnungen als Prototypen sind in dieser nächsten Phase der Dreh- und Angelpunkt. Kommt die bisher verbal transportierte Innovation tatsächlich bei den Kunden an? Stimmen Kleinigkeiten noch nicht ganz? Durch die Phase der Iteration lassen sich in einem weiteren Test diese Feinheiten abstimmen. Und, wenn alles stimmig ist, kann es losgehen: Der Innovator braucht nun Unterstützung für die Umsetzung seiner Idee, die die Kunden offenbar wollen.

Scorecoard und Feedback - Bild: Andreas Baur

Scorecoard und Feedback – Bild: Andreas Baur

6. Überzeugen

Hat man den letzten Schritt der GENO-Innovation KickBox erreicht, geht es um die Überzeugung. Nun gilt es Entscheidungsträger im Unternehmen oder externe Unterstützer für das Vorhaben zu gewinnen, um in die echte Umsetzung starten zu können. Typischerweise wird dies in Form eines Pitches gemacht. Beim Pitch werden den Entscheidern die Eckpunkte, das skizzierte Geschäftsmodell, die Ergebnisse der Markttests und die Vorteilhaftigkeit der Innovation präsentiert. Mit einem haptischen Prototypen kann auch in dieser letzten Stufe gepunktet werden: Neben rationalen Argumenten kann die Lösung tatsächlich ‚begreifbar‘ gemacht werden. Nun wird deutlich, dass die vorherigen Schritte sehr wichtig gewesen sind, da sie die Basis für den Pitch bilden. Wichtig ist für einen Pitch neben der Lösung an sich eine nachvollziehbare Struktur, um die Dinge zu transportieren, die bedeutend für eine Entscheidung sind. Und wie schon im gesamten Prozess zahlt sich auch bei einem Pitch Disziplin aus: in maximal zehn Minuten sollte der Pitch abgeschlossen sein.

Pitch - Bild: Kai Häckel

Unsere ‚Dummy-Entscheidungsträger‘ beim Pitchtraining: Jens Brandes und Boris Janek – Bild: Kai Häckel

Fazit

Mich persönlich hat der Workshop sehr überzeugt. Die empfohlene Vorgehensweise kann ich nun für künftige Ideenentwicklungen und Innovationsprojekte als Grundrezept nutzen. Ich finde, dass so Ideen entschlossener und zielgerichteter verwirklicht werden können. Ebenfalls werde ich in Zukunft immer daran denken, alles aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und mich nicht nur auf meine eigene Sichtweise beschränken.

Ein erkenntnisreicher Tag mit der Innovation KickBox - Bild: Kai Häckel

Ein erkenntnisreicher Tag mit der Innovation KickBox – Bild: Kai Häckel

Zudem haben die Beispiele der Coaches auch aufgezeigt, dass Überflieger wie der Microsoft-Gründer Bill Gates oder Facebooks Marc Zuckerberg auch oft mehrere Anläufe gebraucht haben bis sie den Durchbruch geschafft haben. Das hilft uns zwar nicht unmittelbar weiter – Mut auch mal einen Rückschlag wegzustecken macht es auf jeden Fall. Desweiteren wurde uns als GenoFaktur auf den Weg gegeben unsere bisher ausgearbeiteten Ideen weiterzutragen, weiter auszufeilen und nie aufzugeben. Auch wenn die Ideen heute noch nicht direkt auf Gegenliebe stoßen, können Sie doch Entscheider zu Innovationen anregen oder Kollegen in bisher nicht bedachten Situationen weiterhelfen. Ich denke, dass die vorgestellte  GENO-Innovation KickBox der Innovationsarbeit in der GenoFaktur tatsächlich eine Struktur gibt, die allen Beteiligten hilft: Zur Einsparung von Ressourcen und zur Definition einer einheitlichen Sprache im Innovationsmanagement. Mit der richtigen Motivation, starken Durchhaltevermögen und einer guten, strukturierten Umsetzung, können wir sicher noch viele Ideen finden, die den Mitgliedern, Kunden und Kollegen der VR-Bank Neu-Ulm weiterhelfen.

Marco Grocholl

Marco Grocholl

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